Wo das Meer den Alltag bestimmt
Nordstrandischmoor, liebevoll auch "Lüttmoor" genannt, ist entstehungsgeschichtlich die jüngste der nordfriesischen Halligen. Bis zur Burchardiflut 1634 bildete sie mit Nordstrand und Pellworm die große Insel Strand. Als die alte Insel Strand in nur einer Orkannacht regelrecht zerbrach, konnten sich etliche auf „dat wüste Moor“ retten. Von dem damals 500 Hektar großen Land ist jetzt noch etwa ein Drittel übrig.
Die Hallig Nordstrandischmoor ist über einen Lorendamm mit Lüttmoorsiel verbunden, seit 2000 sogar weitgehend gezeitenunabhängig. Außer bei Sturmflut.
Mit den zumeist selbstgebauten Loren transportieren die "Halliglüüd" (Plattdeutsch für "Halligleute") auf Schienen alles, was man hier zum Leben braucht. Übernachtungsgäste, Schafe, Trecker, Lebensmittel oder Heizöl reisen mit der Halligbahn ab Lüttmoorsiel.
Tagesbesucher können sich die Strecke bei einer Wattwanderung erwandern. Diese Route gilt als besonders anspruchsvoll. Laufe sie deshalb nur innerhalb einer geführten Wanderung.
Nordstrandischmoor bietet das ganze Jahr über ein einzigartiges Naturschauspiel. Besonders zu empfehlen sind die Lammzeit im April, die Rast der Ringelgänse von Februar bis Mai und die Halligfliederblüte von Juli bis August. Dann übermalt die blühende Bondestave die grüne Hallig mit wildromantischen lila Tupfern.
Nordstrandischmoor in Zahlen:
1,9 km² Fläche, 23 Halliglüüd, 4 Warften, 15 Gästebetten, ein alter Friedhof, ein Gasthof Hallig-Krog und die kleinste Schule Deutschlands.
Eine Einkehrmöglichkeit bietet der Halligkrog bei Familie Glienke. Es wird um vorherige Anmeldung bei Carmen und Lars Glienke unter folgender Telefonnummer 0172 - 4569021 oder 04842 - 361 gebeten
Anfahrt: Nach Absprache mit dem Vermieter werden ausschließlich Übernachtungsgäste mit der Lore abgeholt und auf die Hallig gebracht; Tagesgäste gelangen über Ausflugsfahrten mit der Adler V oder mit einer geführten Wattwanderung nach Nordstrandischmoor.